PNP 29.03.18: "Respekt vor allen, die Mut gemacht haben"

Veröffentlicht am 31.03.2018 in Ortsverein

Zur Feier von 60 Jahre SPD-Ortsverband fanden sich Ehrengäste aus Stadt und Land ein und langjährige Parteimitglieder wurden geehrt (hinten, von links): Peter Jungblut, Annette Heidrich, Kilian Maier, Seban Dönhuber, Marktls Bürgermeister Hubert Gschwendtner und Theresia Blaschke sowie (vorne, von links) Hermann Frey, Christel Reineke und Dieter Heidrich. Foto: Spielhofer

60 Jahre SPD Ortsverband – Feier mit Ehrengästen – Festvortrag von Historiker Peter Jungblut

Burgkirchen. 60 Jahre SPD Ortsverband Burgkirchen: Dies war Anlass für eine kleine Feier im Gasthaus Tettmann. Auch optisch war die Feier auf Rot gestimmt: Sektempfang, auf Wunsch mit rotem Saft, rote Tischdekoration und rote Nelken für die Geehrten und Ehrengäste. Dem Ortsverband Burgkirchen gehören derzeit 34 Mitglieder an.

Vorsitzende Theresia Blaschke brachte die 60 Jahre der Burgkirchner Sozialdemokraten in Erinnerung, die sich bereits Jahre vorher schon mit dem Ortsverband Mehring zusammengeschlossen hatten. Gründungstag des Burgkirchner Vereins war der 21. März 1957 im Café Linde, damals ein Lokal hinter der Kirche St. Johann. Zum Vorsitzenden wurde Gustl Schöler gewählt, sein Stellvertreter war Georg Perseis. Die Mehringer begrüßten diesen Schritt und unterstützten die Neugründung mit einem Patengeschenk in Höhe von zehn Mark.

 

Über 100 Mitgliederzur besten Zeit"Es begann eine erfolgreiche Zeit für die SPD in Burgkirchen. Auf seinem Höhepunkt hatte der Ortsverein über 100 Mitglieder", sagte Blaschke. Nach Gustl Schöler prägte Josef Kölbl fast 30 Jahre lang die Burgkirchner SPD, bis 1990 war er im Gemeinderat und im Kreistag. Christel Reineke setzte in den 70er und 80er Jahren neue Akzente, sechs Jahre lang war sie an der Spitze des Ortsvereins und 20 Jahre Gemeinderätin, zweimal kandidierte sie für das Bürgermeisteramt. Stephan Merz war 25 Jahre lang Vorsitzender und schaffte es, 2008 das Bürgermeisteramt für die SPD zu gewinnen. Leider war ihm nur eine kurze Amtszeit gegönnt, er starb im Jahr 2012 im Alter von erst 60 Jahren.

Zur großen Freude der Genossen waren auch Gründungsmitglied Georg Perseis und seine Ehefrau Christa anwesend. Als Sozialdemokrat durch und durch hat er sich jahrzehntelang im Ortsverband und in der Arbeiterwohlfahrt im ganzen Landkreis profiliert. Seine Aktivitäten fanden ein jähes Ende, als er vor acht Jahren einen Schlaganfall erlitt. Seitdem ist er auf Pflege angewiesen.

Für 60 Jahre Parteitreue wurde Dieter Heidrich geehrt, Jahrgang 1932. Die Laudatio hielt seine Schwiegertochter Annette Heidrich, Unterbezirksvorsitzende der SPD. Dieter Heidrich stammt aus Schlesien, lebte nach der Vertreibung in Grafing. 1958 trat er in die SPD ein. 1966 fing er im Werk an und übersiedelte mit der Familie nach Burgkirchen.

Seit 50 Jahren ist Hermann Frey Mitglied in der SPD. 1968 schloss er sich in Augsburg den Sozialdemokraten an. Seit 1988 lebt er in Burgkirchen und war weiterhin in der Partei aktiv, seit 2004 ist er im Ortsverband als Kassier tätig. "Es gehört eine besondere Leidenschaft dazu, auch jetzt nach 50Jahren Mitgliedschaft immer noch aktiv mitzuarbeiten", sagte Theresia Blaschke in ihrer Würdigung.

Die Situation imNachkriegsdeutschlandZur Feier des Tages hielt Peter Jungblut, Jahrgang 1961, einen Festvortrag über die Situation im Nachkriegsdeutschland. Es war ein Bild der Jahre, spannend und interessant erzählt. 1950 bis 1960 war ein optimistisches Jahrzehnt, in den 1970er und 1980er Jahren hatten die Menschen Angst, Jungblut nannte den Nato-Doppelbeschluss, die atomare Gefahr und das Waldsterben. "Heute haben die Menschen Angst vor Flüchtlingen. Ich habe Respekt vor allen, die nach dem Krieg angepackt haben, die Mut gemacht haben. Es ist gut, dass die Integration in Burgkirchen von 1945 bis heute kontinuierlich weitergeht. Hut ab, dass eine Gemeinde so etwas schafft", betonte er.

MdL Günther Knoblauch erinnerte daran, dass auf Initiative der Sozialdemokraten vor 100 Jahren der Freistaat Bayern entstand und das Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde. Außerdem weise die vor 70 Jahren entstandene Bayerische Verfassung sozialdemokratische Eckpunkte auf. Knoblauch gratulierte dem Ortsverband für sein 60-jähriges Engagement, es sei ein wichtiger Verein.

Altlandrat Seban Dönhuber hielt einen Rückblick auf die SPD-Kommunalpolitik im Landkreis Altötting ab Ende der 1950er Jahre, die er schon als junger Mann mitgestaltet hatte. Er war 30Jahre als Landrat tätig, von 1970 bis 2000. Aus dieser Zeit griff er zwei weichenstellende Großprojekte auf: den Bau des Kreiskrankenhauses in Altötting und des Müllheizkraftwerkes in Burgkirchen. Dieses sei ein absolutes Politikum gewesen, er sei Anfeindungen ausgesetzt gewesen, 65Versammlungen habe er zu diesem Thema gemacht, bis das Werk gebaut werden konnte.

Als letzter der Ehrengäste sprach Landtags-Kandidat Kilian Maier über seine politischen Ziele. Der junge Politiker aus Mehring möchte neuen Schwung in die Partei bringen, Zukunft mitgestalten, die Leute von den Inhalten überzeugen und daran mitwirken, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch größer wird.
-rs

 

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