SPD Burghausen im Landkreis Altötting

PNP 25.01.2021: Hilfsbereite helfen Hilfsbedürftigen

Veröffentlicht am 08.02.2021 in Allgemein

(v.r.): Lukas Albrecht, Johanna Schachtl, Melina Müller und Raja Müller am Samstag haben 180 rote Säckchen gepackt.

Wöchentliche Tafel-Ausgaben müssen pausieren – Junge Burghauser planen Sonderausgabe

Burghausen. Ein Mal pro Woche können sich Bedürftige normalerweise Lebensmittel bei der Burghauser Tafel abholen. Doch weil die Infektionszahlen wieder ansteigen, hat die Einrichtung vorübergehend geschlossen. Die letzte Ausgabe fand kurz vor Weihnachten statt, fortgesetzt werden sollen die wöchentlichen Termine nach dem Lockdown.

Einfach so hinnehmen wollte Johanna Schachtl, Vorsitzende der Jusos Altötting, diese Gegebenheit aber nicht: "Es ist doch schlimm, wenn die Bedürftigen so lange ohne die Lebensmittel der Tafel auskommen müssen." Als ihre Großmutter ihr in den Weihnachtsfeiertagen von der geschlossenen Tafel erzählte, meldete sich Johanna Schachtl spontan beim Vorstand.

Der Hauptgrund für die abgesagten Termine sei nicht die Ansteckungsgefahr bei der Ausgabe der Lebensmittel, weil es nur ein"Sekundenkontakt" sei, wenn die vorgepackten Tüten unter Einhaltung der Hygienevorschriften übergeben werden, sagt Charlotte Michel, stellvertretende Vorsitzende der Burghauser Tafel. Vielmehr gehe es um den Schutz der eigenen Helfer überhaupt. "Wir haben viele Mitarbeiter im Seniorenalter. Beim Einpacken sind sie längere Zeit in einem Raum zusammen, da ist uns das Infektionsrisiko einfach zu hoch."Deshalb bot Johanna Schachtl gemeinsam mit ihrem Freund Lukas Albrecht und den Freundinnen Melina und Raja Müller sowie Rebecca Weyhmüller ihre Hilfe an. "Ursprünglich wollten wir einen Lieferdienst machen", so Schachtl. Diese Idee sei aber aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Außerdem wäre es ungünstig, wenn die Bedürftigen nicht zu Hause sind und die Tüten dann an die Tür gehängt werden müssen. Gemeinsam mit dem Tafel-Vorstand, einigten sich die vier jungen Burghauser deshalb darauf, eine Sonderausgabe am kommenden Donnerstag, 28. Januar, um 15 Uhr durchzuführen.

Bereits am Samstag hat sich die Gruppe getroffen, um die Tüten zu packen – mit ausreichend Sicherheitsabstand und FFP2-Masken. "Uns wurde gesagt, dass wir mit vier Stunden rechnen sollen." Zweieinhalb und 180 Säckchen sind es geworden. Die Helfer der Tafel sind für gewöhnlich in Teams mit zehn bis 15 Leuten am Werk.

Der Inhalt der Tüten ist ein bisschen anders als sonst: Statt mit Obst, Gemüse und Brot wurden sie diesmal mit Schokolade, Nudeln und Eiern gefüllt. "In der ersten Ausgabe nach Weihnachten gibt es Weihnachtssüßigkeiten, die nicht verkauft wurden und haltbare Lebensmittel", sagt Charlotte Michel. Da die Bedürftigen postalisch über die Sonderausgabe informiert wurden, glaubt Michel, dass auch relativ viele kommen werden.

Positiv ist die Aktion auch deshalb, weil die Lebensmittel, die die Fahrer der Tafel normalerweise bei größeren Supermärkten, Discountern, Bäckereien und Metzgereien in Burghausen und Umgebung sowie dem Wochenmarkt einsammeln, dieses Mal nicht weggeworfen werden müssen. Die letzten Wochen, als die Einrichtung geschlossen war, was das anders. Durch das große Engagement ein paar junger Burghauser dürfen sich nun aber einige Kunden über ein kleines Extra in einer nicht ganz einfachen Zeit freuen.− lkb

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