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Aktives Alter - wir gestalten mit !
Lange leben und glücklich alt werden Ist es schlecht, dass die Menschen heute in Deutschland länger leben als in früheren Zeiten? Das kann im Ernst wohl niemand behaupten. Dennoch wird über die Älteren häufig gesprochen, als seien sie eine Last. Einer der Gründe dafür liegt darin, wie wir über den so genannten demographischen Wandel sprechen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Trend, der unsere Gesellschaft tatsächlich verändert: Wenig Geburten und eine steigende Lebenserwartung führen dazu, dass die Zahl der Älteren wächst und sie gleichzeitig einen immer größeren Anteil an der Bevölkerung stellen. Es nützt nichts, diesen Wandel zu beklagen. Wir müssen uns vielmehr darauf einstellen und vor allem die neuen Chancen sehen, die sich uns bieten. Die gewonnenen Jahre sind ein Glück - für den einzelnen Menschen wie für die Gesellschaft insgesamt. Nur weil es uns gut geht, erreichen wir ein Lebensalter, von dem unsere Vorfahren nicht einmal zu träumen wagten. Es liegt an uns, was wir aus unserer Gesellschaft des langen Lebens machen. Wir Älteren sind anders Die Alten, die als demographische Last beschrieben werden, gibt es nicht. Das Alter ist so vielfältig, dass es sich schlicht verbietet, alle Menschen ab 60 über einen Kamm zu scheren. Statt dessen sollten Politik, Wirtschaft und Medien zur Kenntnis nehmen und beherzigen: Die Älteren haben der Gesellschaft viel zu geben. Wer aus dem Beruf ausscheidet, kommt in der Regel noch 15 bis 20 Jahre ohne Hilfe zurecht. Vier von fünf Menschen über 70 Jahren leben ebenso selbständig wie in jungen Jahren. Wahr ist: Die Älteren sind so gesund und fit wie nie zuvor, sie sind mobil und interessiert, sie sind kontaktfreudig und lebensfroh. Zukunft gewinnen, das heißt, erfolgreich altern Keine Gesellschaft, die erfolgreich sein will, kann es sich erlauben, auf die Leistungskraft eines Großteils der Bevölkerung zu verzichten. Wenn es gelingt, die hohen Ressourcen der Älteren in das Gemeinwesen einzubringen, dann muss niemandem vor dem demographischen Wandel Bange sein. Mit der Zahl der Älteren wächst der Reichtum an Erfahrung und Wissen in Deutschland. Älter zu werden bedeutet nicht, unweigerlich an Kompetenz oder Engagement zu verlieren. Im Gegenteil, das Alter macht neue Kräfte frei, ohne die unsere Gesellschaft schon heute nicht auskommen kann. Das gilt noch viel mehr für die Zukunft. Mehr Freiraum für bürgerschaftliches Engagement Ohne die Bereitschaft der Älteren, sich für andere einzusetzen, wäre es um den sozialen Zusammenhalt schlecht bestellt. Freiwillig und ehrenamtlich engagiert sich keine Altersgruppe stärker. Sei es im Sportverein, im Seniorenbüro oder in der Nachbarschaftshilfe: Die Älteren sind häufig die entscheidende Stütze bürgerschaftlichen Engagements. Darauf müssen wir weiter aufbauen. Die Älteren brauchen mehr Möglichkeiten, ihr Potential zu entfalten. Und sie erwarten, dass ihr Beitrag zum Gemeinwohl Anerkennung findet. Politik und Kommunen, aber auch die Wirtschaft sind gefordert, bessere Rahmenbedirigungen zu schaffen: Ehrenamtliches Engagement der Älteren muss gefördert werden und rechtlich abgesichert sein. Das entlastet im Übrigen auch die Jüngern und trägt zu einer höheren Lebensqualität für alle bei. Lebenslanges Lernen für mehr Teilhabe Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Arbeitswelt. Auch ältere Menschen müssen daher in der Lage sein, ihr in langer Erfahrung gewonnenes Wissen immer wieder zu aktualisieren. Das fördert die Beschäftigungsfähigkeit der Älteren und sorgt dafür, dass sie ihr Expertenwissen an die Jüngeren weitergeben können - nicht nur am Arbeitsplatz. Eine Gesellschaft des langen Lebens muss daher gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Weiterbildung garantieren, unabhängig vom jeweiligen Alter. Wer Älteren diesen Zugang versperrt, grenzt sie aus. Das ist eine Form der Diskriminierung, die nicht nur gegen Menschenrecht verstößt. Sie widerspricht auch der gesellschaftlichen Vernunft. Denn die Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft hängt zunehmend von den Ressourcen ab, die jeweils die Älteren einbringen. Die Reife der Älteren für eine bessere Politik Dem demographischen Wandel kann sich auch die Politik nicht verschließen. Die Älteren sind bereit, Verantwortung zu tragen. Sie fordern wie die Jüngeren das Recht und die Möglichkeit, in den Entscheidungszentren der Politik mitzuwirken und mitzubestimmen. Davon profitieren am Ende alle Generationen. Eine bessere Politik ist machbar, wenn sich die Reife der Älteren mit der Dynamik der Jüngeren ausgewogen verbindet. Tatsächlich sind die Älteren überdurchschnittlich stark an politischen Themen interessiert, sie stellen zudem ein Drittel aller Wahlberechtigten - mit steigender Tendenz. Die Parteien wären daher klug beraten, nicht nur auf Verjüngung zu setzen. Rechte und Pflichten der Generationen müssen in allen Lebensbereichen in die richtige Balance gebracht werden. Politik ohne Ältere verarmt - zum Schaden der gesamten Gesellschaft.
Jung und Alt Miteinander-Füreinander
Harmonie im Wandel
Manchmal trotzen die Menschen allen Mutmaßungen, selbst wenn diese im wissenschaftlichen Gewand daher kommen. Von einem „Krieg der Generationen" ist hierzulande jedenfalls nichts zu spüren, obgleich harte Konflikte zwischen Jung und Alt immer wieder angekündigt werden. Die Wirklichkeit widerlegt solche Prognosen. In Deutschland leben die Generationen in großer Harmonie miteinander- und so soll es bleiben. Das wünschen sich Jüngere wie Ältere. Richtig ist, dass im demographischen Wandel das gegenseitige Geben und Nehmen ein neues Gleichgewicht erfordert. Wenn die Zahl der Jüngeren abnimmt, die Zahl der Älteren dagegen zunimmt, dann hat das insbesondere Folgen für die Systeme sozialer Sicherheit. Aber weder die Älteren noch die Jüngeren sehen sich in einem Verteilungskampf um den gesellschaftlichen Wohlstand. Jung und Alt wollen vielmehr eine sozial gerechte Anpassung an die neuen Verhältnisse. In Deutschland lebt keine Generation auf Kosten der anderen, sondern alle Generationen gehen in großem Respekt miteinander um. Die Menschen stehen füreinander ein, und das mit beeindruckender Stetigkeit. Viel deutet darauf hin, dass in unserem Land eine neue Ära der Verantwortung begonnen hat.
Eine neue Ära der Verantwortung füreinander
Für die Älteren ist zumeist selbstverständlich, nach Kräften die Generation der Kinder und der Enkel zu unterstützen. Das reicht von der Kinderbetreuung bis zur Hilfe im Haushalt und bei den Hausaufgaben. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung finanzieller Zuwendungen. Oftmals wäre es ohne den Zuschuss von Oma und Opa kaum möglich, ein Auto zu kaufen, das Haus zu bauen oder die Ausbildungskosten aufzubringen. Andererseits sind Kinder und Enkel da, wenn die Älteren zum Beispiel der Pflege bedürfen. Innerhalb der Familie funktioniert der Generationenvertrag überwiegend gut. Das gilt genauso für die Gesellschaft insgesamt. Dass die mittlere Generation mit Steuern und Abgaben die Ausgaben für Erziehung und Bildung sowie Alterssicherung erbringt, steht nicht infrage. Ebenso sind die Älteren bereit, auf privater Ebene zur Entlastung beitragen, weil sie wissen, dass keine Generation überfordert werden darf - auch nicht durch steigende Sozialversicherungsbeiträge.
Ein Akt der Solidarität: Rente mit 67?
Klar ist: Zukünftig muss die erwerbstätige Generation einen größeren Teil des Erwirtschafteten an die wachsende Zahl der Älteren im Ruhestand abgeben. Ebenso klar ist: Das bisherige Niveau der gesetzlichen Alterssicherung wird auf Dauer nicht zu halten sein, sondern muss durch private Vorsorge ergänzt werden. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, ernsthaft über die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre nachzudenken. Denn auf die längere Zeit der Berufstätigkeit folgt eine nach wie vor ausgedehnte Phase der Entpflichtung: Mit der Lebenserwartung nimmt auch die Zeit im Ruhestand zu. Die Arbeitsgemeinschaft 60 plus fordert jedoch, die starren Grenzen zwischen Berufsleben und Ruhestand durch flexible Regelungen zu ersetzen. Es muss möglich sein, individuelle Wünsche und Probleme zu berücksichtigen. Nicht alle Älteren wollen oder können bis zum Ruhestand Vollzeit arbeiten. Die SPD-Senioren lehnen zugleich weitere Eingriffe in die gesetzliche Rente ab. Die solidarische Alterssicherung muss auch in Zukunft ein angemessenes Alterseinkommen ermöglichen - in Abhängigkeit von den vorherigen Beitragsleistungen. Das geht nur, wenn das Rentenniveau nicht weiter sinkt. Das wichtigste Kapital der Rente ist zudem das Vertrauen der Menschen. Auch die mittlere Generation und die Jüngeren müssen Gewissheit haben, dass sie später im Rentenfall einen vernünftigen Gegenwert zu den eigenen Beitragsleistungen erhalten. Der Generationenvertrag in der Alterssicherung beruht schließlich auf Verlässlichkeit. Wer heute Rente bezieht, hat sich das durch Beiträge in der Vergangenheit verdient. Wer heute Beiträge einzahlt, hat sich die spätere Rente ebenfalls erarbeitet - und baut darauf, dass sie durch Beiträge der kommenden Generation aufgebracht wird. Einschnitte bei der Rente treffen im Übrigen nicht nur die Älteren. Wenn sich die materielle Lage der Senioren verschlechtern sollte, dann schwindet auch der Spielraum, Kinder und Enkel finanziell zu unterstützen. Weniger öffentliche Transfers von Jung zu Alt hätten weniger private Transfers von Alt zu Jung als Ergebnis. Damit wäre niemandem gedient. Die Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus setzt sich insbesondere für eine Korrektur überholter Altersbilder ein und folgt in all ihren Aktivitäten dem Grundsatz, die Solidarität zwischen den Generationen stärken zu wollen.Wir wollen,dass Jung und Alt auch weiterhin Vertrauen in Alterssicherung haben können.
Gemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit.
Auszüge aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD • Der Beitrag, den ältere Menschen in der Gesellschaft und in der Familie leisten, ist für das Funktionieren des Sozialstaates unverzichtbar und von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Aktives Altern ist ein Ziel, das allen gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen zu gute kommt. • Der demographische Wandel erfordert einen Paradigmenwechsel in der Rolle der älteren Menschen. • Die aktive Teilhabe älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie das ehrenamtliche Engagement älterer Menschen müssen stärker gefördert werden.
Mehr Lebensqualität, höheres Wachstum Wirtschaft für Senioren
Unterschätzte Kaufkraft
Für die Anbieter von Waren und Dienstleistungen gewinnt der Markt der Älteren immer stärker an Bedeutung. Schon heute ist jeder vierte Konsument älter als 60 Jahre. Bis Mitte des Jahrhunderts wird die Altersgruppe 60 plus sogar jeden dritten Konsumenten stellen. Hinzu kommt, dass die heutige Generation der Rentner und Pensionäre finanziell überwiegend so gut dasteht wie keine andere zuvor - auch wenn es nach wie vor Fälle von Altersarmut gibt.
Vernachlässigte Konsumenten
Bislang hat ein Großteil der Wirtschaft die Älteren als kaufkräftige Gruppe sträflich vernachlässigt. Die Unternehmen haben vornehmlich die Jüngeren im Blick - und verpassen die Chancen, die sich ihnen auf dem Markt altersgerechter Produkte eröffnen. Das sollte sich die deutsche Wirtschaft in Zukunft nicht mehr leisten, andernfalls verspielen die Unternehmen die Möglichkeiten zusätzlichen Wachstums. Viel spricht dafür, dass gerade die Unternehmen Marktanteile erobern, die sich auf die Älteren als Käufer einlassen. Denn ältere Menschen stellen an Waren und Dienstleistungen andere Anforderun- gen als jüngere. Wer in einer Gesellschaft des langen Lebens neue Abnehmerkreise erschließen will, kommt nicht umhin, in der größer werdenden Gruppe älterer Konsumenten um Erfolge zu werben.
Was die Älteren ärgert
Immer noch sind viele Produkte des alltäglichen Lebens nicht so gestaltet, dass auch die Älteren damit gut zurecht kommen. Aktuelle Befragungen haben zum Beispiel ergeben, dass sich vier von zehn älteren Menschen mit einem einfachen Instrument wie dem Dosenöffner schwer tun. Die erhältlichen Geräte erfordern oft einen hohen Kraftaufwand und sind umständlich zu handhaben. Das ist typisch für viele Haushaltsgeräte. Genauso häufig ärgern sich ältere Menschen über kaum zu entziffernde Beschriftungen, kleine Tasten und Schalter oder unverständliche Bedienungsanleitungen. Vermutlich ist das auch der Grund dafür, dass die Älteren beispielsweise mit Mobiltelefonen weniger oft ausgerüstet sind als die Jüngeren. Oder dass sie seltener DVD-Player oder Digitalkameras kaufen. Wer seine Angebote nicht auf die Älteren als Kunden ausrichtet, ignoriert eine Konsumentengruppe, die künftig noch mehr als heute schon über unternehmerischen Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Die Interessen der älteren Verbraucher stärken
Der Trend zur Seniorenwirtschaft eröffnet nicht nur neue Chancen, sondern stellt zugleich neue Anforderungen an den Verbraucherschutz. Mit gutem Recht erwarten die Älteren, dass ihnen Informationen zugänglich gemacht werden, die es erleichtern, sich für altersgerechte Angebote zu entscheiden. Die Verbraucherverbände müssen sich dementsprechend orientieren. Hinweise und Tests sollten berücksichtigen, was gerade für die Älteren wichtig ist zu wissen. Und solche Informationen müssen in Zukunft stärker über die Medien transportiert werden. Genauso wichtig ist es, Normen aufzustellen, die sich an den Bedürfnissen der Älteren ausrichten. So ist etwa eine bessere Lesbarkeit von Verfallsdaten nicht nur den Älteren von Nutzen, sondern allen Käufern, unabhängig vom jeweiligen Alter. Verbraucherschutz für Ältere kommt auch den Jüngeren zugute - und führt zu mehr Lebensqualität in jedem Alter. Insofern sind die Älteren nicht allein Motor für neues Wachstum, sie sorgen genauso dafür, dass Jüngere wie Ältere mit größerer Freude einkaufen und konsumieren.
Der ältere Konsument ist vielfältig
Es ist nicht damit getan, das Angebot an Waren und Dienstleistungen auf die Älteren zuzuschneiden. Denn die Älteren gibt es nicht. Typisch für das Alter ist vielmehr seine Vielfalt. Zu den Senioren zählen jüngere Ältere, die gerade das Berufsleben beendet haben. Zu ihnen zählen andererseits hochbetagte Menschen, die selbstverständlich andere Bedürfnisse und Interessen haben. Manche der Älteren sind ausgesprochen mobil und offen für Neues, andere sind ans Haus gebunden und bevorzugen das Gewohnte in guter Qualität. Geschäftlicher Erfolg setzt in Zukunft mehr denn je voraus, die Älteren als Kundengruppe in ihren jeweiligen Bedürfnissen wahrzunehmen -je nach Alter und Lebenslage. Darauf ist bei der Produktentwicklung genauso zu achten wie beim Design und der Vermarktung.
Märkte von morgen
Zusätzliches Wachstum ergibt sich insbesondere auf den Märkten, auf denen sich die Kaufkraft der Älteren besonders konzentriert. Dazu gehören zum Beispiel die Gesundheits- und Körperpflege. Überdurchschnittlich sind auch die Ausgaben für Gartenartikel sowie Zeitungen und Zeitschriften. Das Statistische Bundesamt hat zudem ermittelt, dass die Älteren mehr Geld als Jüngere für Reisen, insbesondere Pauschalreisen, ausgeben. Das eröffnet neue Geschäftschancen, etwa für Reiseanbieter, die Urlauber von zu Hause abholen und auch wieder nach Hause bringen. Die richtige Ferienwohnung wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass keine hohen Stufen und steilen Treppen die Bewegungsfreiheit einschränken und dass, bei Bedarf, eine medizinische Betreuung garantiert ist. Immer noch wenig entwickelt sind die haushaltsnahen Dienstleistungen in Deutschland. Dabei ist klar: Gerade die wachsende Zahl der Älteren hat einen hohen Bedarf an zum Beispiel Putz- und Haushaltshilfe, an Hol- und Bringdiensten, an Pflege und mobilem Essenservice. Dieses Angebot gilt es in Zukunft auszubauen. Fazit: Die alternde Gesellschaft eröffnet neue Chancen - aber sie müssen auch ergriffen werden.
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