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Burghausen. 18.05.2009
   Eine ?Weichenstellung" für die Zukunft nannte SPD-Ortsvorsitzender Franz Kammhuber die Jahresversammlung am Donnerstag im Bürgerhaus. Das war zum einen darauf gemünzt, dass der langjährige Kassier Alfons Kettner nicht mehr kandidierte, zum anderen darauf, dass junge Kräfte nachrücken, so der Mitdreißiger Reinhard Maier als Ausschussmitglied.

   Eine Veränderung gibt es an der Spitze des Ortsvereins auch insofern, als künftig der Vorsitzende zwei Stellvertreter bekommt. Die Wahl erfolgte schriftlich und geheim. Bei 49 Stimmberechtigten erhielt Kammhuber mit 48 Stimmen einen nahezu eindeutigen Vertrauensbeweis. Zu Sabine Grundler (37 Stimmen) kommt als weitere Stellvertreterin Margret Schwiebacher (ebenfalls 37 Stimmen) hinzu.

   Für den ausscheidenden Alfons Kettner übernimmt Renate Holzleitner die Kasse. Peter Flessa, erprobter Schriftführer, erklärte sich bereit, noch einmal das Amt zu übernehmen. Zu Beisitzern gewählt wurden alle vom Vorstand vorgeschlagenen Kandidaten: Sabine Bachmeier, Alfred Danninger, Helmut Fabian, Hans Hautz, Alfons Kettner, Reinhard Maier und Vinzenz Zielonka.

   In Kammhubers Rückschau spielte natürlich die Kommunalwahl eine besondere Rolle. Das gute Ergebnis führt der Vorsitzende auf die Glaubwürdigkeit des Ortsvereins und seiner Kandidaten zurück. ?Die Leute haben gemerkt, hier wird nicht nur geredet, sondern etwas gelebt." Kammhuber sagte zur absoluten SPD-Mehrheit im Stadtrat: ?Wir hätten alle drei Bürgermeister stellen können. Aber wir haben nicht abgehoben und es als Gebot der Fairness erachtet, die anderen zu beteiligen, was übrigens die anderen nicht so ge-
macht haben, als die Machtverhältnisse andersrum waren."

   Eine ganz besondere Ehrung wurde dem 69-jährigen Alfons Kettner zuteil. 45 Jahre gehört er der SPD an, war 38 Jahre im S tadtrat und 19 Jahre Kassier des Ortsvereins. Für seine Arbeit wurde er mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der SPD für Parteiarbeit.

   Die Laudatio für Kettner hielt Bürgermeister Hans Steindl. ?Niemand hat diese Auszeichnung mehr verdient", sagte er an Kettner gewandt. Steindl nannte Kettner einen ?aufrechten Vertreter der Sache" und würdigte in dem Zusammenhang auch Kettners Arbeit als Wacker-Betriebsrat. Kettner habe aber auch bei ganz praktischen Dingen geholfen, beim Kleben von Plakaten ebenso wie beim Schleppen von Körben für den Kinderkleiderbasar. Vorbildlich im Dienst der Partei nannte Steindl auch die Bereitschaft von Kettner und anderen etablierten SPD-Stadträten zu Gunsten von Jüngeren auf vordere Listenplätze bei Wahlen verzichtet zu haben.

   Fraktionsvorsitzender Norbert Stadler griff diesen Gedanken auf. ?Wir haben dadurch sechs neue Stadträte bekommen, bei der CSU hat sich dagegen nichts geändert." Stadler ging zudem auf den geplanten Kraftwerksbau von OMV ein. Für ein Kraftwerk, das weniger für den Bedarf der Industrie, sondern für die Vermarktung an der Strombörse konzipiert werde, sei das Grundstück viel zu schade, ?weil wir das besser für künftige Erweiterungen der Industrie nutzen können".

   AsF-Vorsitzende Dagmar Wasserrab ging vor allem auf die beiden letzten Kinderkleiderbasare ein und stellte das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen heraus.
   Werner Groß aus Mühldorf, beruflich als Konrektor an der Realschule Waldkraiburg tätig, stellte sich als Bundestagskandidat vor. FiniNeumayer legte ihm ans Herz, sich für eine Abschaffung der Studiengebühren einzusetzen. Eine kontroverse Diskussion gab es zum Begriff ?Genossen". Die jüngeren SPDler sprachen sich gegen den Gebrauch dieses Begriff aus, der jungen Leuten nicht mehr vermittelbar sei. Dagegen gab es vehementen Prostest von älteren Mitgliedern.

Burghauser Anzeiger - rw

EHRUNGEN
Folgende Parteimitglieder wurden geehrt: Für 50 Jahre: Erwin Leitl; 45 Jahre: Alfons Kettner und Ernst Stallbauer; 35 Jahre: Georg Holzner und Reionhart Kagerer; 30 Jahre: Ginette Kaes, Dora Maier, Renate Vilzmann, Dagmar Wasserrab, Konrad Lengel und Margarete Kellner; 25 Jahre: Norbert Stadler.


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