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Zweite Runde bringt 100 Prozent

SPD nominiert Werner Groß als Bundestagskandidaten

Groß   Töging. Fast hätte man am Donnerstagabend meinen können, Werner Groß hat bereits das Bundestagsmandat in der Tasche und nicht erst die Nominierung seiner Partei. Als SPD-Unterbezirkschef Günter Zellner das Ergebnis der Abstimmung bekannt gab, ging ein erleichterter Schnaufer durch das Gasthaus Müllerbräu. 100 Prozent der Stimmen für den MÜhldorfer Werner Groß. „Jaa-Wohllll", rief ein Genosse, „Bravo, Super", Stehend applaudierte der ganze Saal.

  Es war die zweite Nominierungsversammlung innerhalb von gut drei Wochen und es stand einiges auf dem Spiel für die SPD: Gibt es ein klares Ergebnis für Werner Groß? Oder kommt erneut Kritik aus den eigenen Reihen? Wie am 15. Oktober, als einige Genossen die Erstnominierte Elke Cziczek hart angegangen hatten, worauf diese wenige Tage später ihre Kandidatur zurückzog (der Anzeiger berichtete).

  Nein, es lief alles glatt. Keine Kritik, keine Fragen. Stattdessen durch die Bank lobende Worte. „Wir können gar keinen besseren Kandidaten finden", sagte Dagmar Wasserrab. Groß sei „erste Garde" und nicht zweite Wahl, bekräftigte der Mühldorfer UB-Vorsitzende Richard Fischer. Er sei schon immer für höhere Aulgaben gedacht gewesen.

  Dass die Genossen ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf den zweiten Versuch besser vorbereitet hatten, machte Zellner deutlich: „Die Kandidatensuche war nicht dilettantisch, sondern sehr gut", so der Altöttinger UB-Vorsitzende.

  Zur Unterstützung war fast die gesamte erste Riege der SPD-Mandatsträger versammelt: Bürgerrneister,Ortsvorsitzende,. selbst Bezirksvorsitzer MdB Ewald Schurer war extra aus Berlin angereist. Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch schwor die Versammlung ein: „Ich bitte Euch, helfen wir alle zusammen". Sein Töginger Amtskollege Horst Krebes wurde noch deutlicher. „Ich bitte um ein geschlossenes Ergebnis", sagte er, nicht ohne „geschlossenes" zu betonen. Groß sei ein Kandidat, der auf enorme politische Erfahrung bauen könne. Ein Polster, das ein Abgeordneter gut brauchen könne.

  Groß selbst sprach zu politischen Sorgenthemen, die er angehen will falls er nächstes Jahr gewählt wird: Bildungs- und Umweltpolitik, Finanzkrise und Gesundheitsfonds. Was A 94 und zweigleisigen Bahnausbau angeht, müssten Freistaat und Bahn endlich „klotzen statt kleckern". Für ihn sei das Wahlergebnis, das ihm alle 44 abgegebenen Stimmen brachte, ein „Signal, dass ich eure absolute Unterstützunghabe", so der 46-Jährige zu den Delegierten.

  Die Nominierung Groß kommt gerade noch rechtzeitig, denn bereits am heutigen Samstag stellt die Oberbayern-SPD ihre Reihung für die Bayern-Liste zusammen. Hätte Altötting-Mühldorf bis heute keinen Kandidaten gefunden, würde ein später Nachnominierter automatisch auf den letzten Listenplatz fallen. Die Landesdelegiertenkonferenz, bei der die Bayern-Liste aufgestellt wird, ist am 13. Dezember. - ckl

„KEINE RIVALITÄT"

Werner Groß im Gespräch mit dem Anzeiger:

Elke Cziczek hat zurückgezogen, jetzt sind Sie nominiert. Fühlen Sie sich als zweite Wahl?

Nein, habe ich mich auch nie. Ich wurde ja früher schon öfters gefragt, ob ich kandidieren will. Nur damals sah meine Lebensplanung anders aus. Jetzt habe ich die Prioritäten kurz entschlossen anders gesetzt, weshalb ich kandidieren kann.

Vor gut drei Wochen hatten die eigenen Genossen für Aufruhr gesorgt. Wie geschlossen sind die Unterbezirke?

Absolut geschlossen. Die Diskussion hatte nichts mit den Unterbezirken zu tun. Außerdem gab es bei der Nominierung von Elke Cziczek nur vier Gegenstimmen. Die Zusammenarbeit ist nach wie vor hervorragend. Eine Rivalität zwischen Altötting und Mühldorf gibt es nicht.

Die Nominierung ist der erste Schritt. Wie wollen Sie gegen Stephan Mayer (CSU) punkten?

Ich werde zuerst einmal mit der Altöttinger Kreis-SPD besprechen, wie man die Menschen hier im Landkreis am besten erreichen kann. Die SPD ist in Altötting gut aufgestellt. Darüber hinaus kandidiere ich nicht gegen Stephan Mayer, sondern für die Region. Wer dabei gegen mich antritt, ist mir egal.

- ckl  Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 08.11.2008


Einige Daten zu unserem Kandidaten:

 Werner Groß

Geboren                 1962 in Passau als sechstes von sieben Kindern 

Eltern:                    Vater Fabrikarbeiter und Mutter Hausfrau, Nebenerwerbslandwirtschaft 

                              Verheiratet mit Sabine Groß, 2 Kinder: Felix (12) und Anna (10) 

Wohnort:                 Mühldorf 

Ausbildung:             Volksschule, Realschule und FOS in Passau

                        Fachhochschule München, Technische Physik, Abschluss Diplom (FH)

                        Uni Erlangen-Nürnberg, Lehramt für Realschulen, Mathematik/Physik 

Berufliche Tätigkeit: Siemens Erlangen, Kath. Junge Gemeinde, danach verschiedene

                        Realschulen in Oberbayern, jetzt Staatl. Realschule Waldkraiburg 

Parteifunktionen:     SPD-Mitglied seit 1987

                        Juso-Vorsitzender Erlangen

                        Ortsvorsitzender in Mühldorf 1999 – 2006

                        Unterbezirksvorsitzender  Mühldorf 2001 – 2003

                        Jetzt stellv. UB-Vorsitzender 

Ämter u. Mandate:    Stadtrat Erlangen, 1992 – 1995

                         Stadtrat Mühldorf, seit 2004, Fraktionssprecher

                         Kreisrat Mühldorf, seit 2002

                         Ehrenamtlicher Richter am Bayer.Verwaltungsgericht, 

Vereine:               Gewerkschaft GEW

                         FC Mühldorf 1.Vorsitzender

                         Vereinigung Bayer.Realschuldirektoren
Mehr Info dazu:         http://grosswerner.info/


SPD: Werner Groß tritt an

Mühldorfer Kreistags-Fraktionssprecher ist der Kandidat für die Bundestagswahl 2009

Altötting/Mühldorf. (29.10.2008)
   Nach den „Chaos-Tagen" bei der SPD in den Landkreisen Altötting und Mühldorf ist jetzt ein Kandidat für Bundestagswahlen gefunden: Die Vorstände der SPD-Kreisverbände haben am Montag in Töging einstimmig Werner Groß für die Nominierung vorgeschlagen, die am Donnerstag, 6. November, 19.30 Uhr, im Gasthaus Müllerbräu in Töging stattfinden wird.

   Die Umstände, die zu Werner Groß' Kandidatur geführt haben, sind ungewöhnlich: Wie berichtet, hatte die SPD genau heute vor zwei Wochen Elke Cziczek aus Mühldorf als Kandidatin aufgestellt. Die Nominierungsversammlung lief aus dem Ruder, die Kandidatin wurde von eigenen Genossen bloßgestellt und erhielt dann bei der Wahl lediglich 90 Prozent der Delegiertenstimmen. Fünf Tage später gab sie bekannt, dass sie ihre Kandidatur zurückziehen werde.

   „Als zweite Wahl fühle ich mich nicht", sagt Groß auf Nachfrage des Anzeigers selbstbewusst. Der 46-jährige Mühldorfer, der im Stadtrat und Stimme hat und Fraktionssprecher der SPD im Kreistag ist, gilt schon seit langem als Aspirant für höhere politische Weihen. Bislang hatte er aber aus privaten und beruflichen Gründen abgelehnt.

   Als nun nach dem Rückzieher Cziczeks erneut der Ruf gekommen ist, hat Groß sich zwei Tage Zeit ausbedungen: Zuerst besprach er mit seiner Frau Sabine, mit der er zwei Kinder (10, 12) hat, dann klärte er die Kandidatur auch mit der Leitung der Waldkraiburger Ferdinand-Porsche-Realschule ab, wo er 2. Konrektor ist. Am Donnerstag vergangener Woche sagte er schließlich zu, am Montagabend stellte er sich den erweiterten Vorstandsgremien der Unterbezirke Altötting und Mühldorf vor.
   „Die Kandidatur passt privat, beruflich und politisch", sagt Werner Groß. Er baut auf die
Unterstützung seiner Genossen und auf seine eigene politische Erfahrung: Neben seinem kommunalpolitischen Engagement war er bereits Unterbezirksvorsitzender und vertritt seinen Heimatlandkreis im SPD-Bezirksvorstand sowie als Delegierter bei Bundesparteitagen.

   „Wir haben einen sehr guten Kandidaten", sagt Altöttings Unterbezirksvorsitzender Günter Zellner. Dass davon alle in der Partei überzeugt seien, zeige das einstimmige Votum beider Unterbezirksvorstände. „Seine Kandidatur genießt einen breiten Rückhalt", so Zellner, weil Groß sich in der Partei auskenne und als Lehrer den wichtigen Bereich Bildung verkörpere. Zellners Mühldorfer Kollege Richard Fischer attestiert dem neuen Kandidaten „fachliche Qualifikation, politische Erfahrung und großen Sachverstand".


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